Neuer Verbrauchszyklus für Pkw

 

Was Sie über WLTP wissen müssen

Steigt der Verbrauch? Muss ich mehr Kfz-Steuer bezahlen? Und vieles mehr: 10 Punkte über den WLTP, kurz erklärt.

Was bedeutet WLTP?

Die vier Buchstaben sind eine Abkürzung und stehen für „Worldwide  Harmonized Light Vehicles Test Procedure“.

Warum gibt es einen neuen Verbrauchstest?
Der bisher geltende Zyklus ist weit von der Realität entfernt und lässt viele Modifikationen am Auto zu. Dadurch weichen die Praxisverbräuche deutlich von der Norm ab. Der WLTP orientiert sich mehr am Autofahrer-Alltag.

Ab wann gilt der neue Zyklus?

Seit dem 1. September 2017 müssen neue Automodelle für die Zulassung den WLTP durchlaufen. Ab September 2018 müssen dann alle neu auf den Markt kommenden Autos nach neuer Norm getestet sein. Für leichte Nutzfahrzeuge wie Transporter dauert es ein Jahr länger: Ab September 2018 betrifft er neue Modelle, im Herbst 2019 gilt er auch hier für alle Neuzulassungen.

Wie erkenne ich, nach welcher Norm gemessen wurde?

Vorerst werden die Angaben weiterhin nach dem NEFZ ausgewiesen. Bei neuen Fahrzeugen gibt es dann ausführlichere Informationen: Es wird vier Verbrauchswerte für Stadt, Land, Autobahn und zügige Autobahnfahrt geben. Zudem gibt es übergangsweise einen berechneten NEFZ-Wert, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten

Wie wird gemessen?

Es handelt sich um einen Prüfstandstest zur Verbrauchsermittlung. Ein Mensch fährt nach genauen Vorgaben auf einem Rollenprüfstand 23,3 Kilometer in 30 Minuten, das entspricht Durchschnittstempo 47. Es wird stärker beschleunigt als bisher, zudem gehört ein Kaltstart bei 14 Grad Umgebungstemperatur zum Programm. Damit ist der neue Zyklus deutlich länger und schneller als der seit 1992 geltende NEFZ, und damit auch realitätsnäher.

Verbrauchen die Autos mehr?

Nein, der Praxisverbrauch bleibt von der neuen Norm unberührt. Im Gegenteil könnten neue Motoren durch den realistischeren Zyklus im Alltag weniger verbrauchen.

Ändert sich die Kfz-Steuer?

Wie bisher erfolgt die Berechnung der Kfz-Steuer nach dem CO2-Ausstoß laut Normverbrauch. Ab September 2017 kommt es so zu einer versteckten Steuererhöhung: Die höhere Durchschnittsgeschwindigkeit im WLTP erhöht den Normverbrauch und damit den CO2-Ausstoß um 10 bis 20 Prozent. Entsprechend wird dann die Kfz-Steuer für neu auf den Markt kommende Modelle höher. Alle anderen bis nächsten September zugelassenen Autos werden auch in Zukunft nach ihrem NEFZ-Wert besteuert.

Was muss ich beim neuen Firmenwagen beachten?

Der WLTP führt zu genaueren Verbrauchsangaben. Anders als bisher wird nicht mehr nur die Serienausstattung getestet. Alle Sonderausstattungen, die Gewicht, Roll- und Luftwiderstand erhöhen, haben Auswirkungen auf den Normverbrauch und damit auch auf die Kfz-Steuer. Die großen Alufelgen könnten in Zukunft also weniger beliebt werden.

Wird jetzt auf der Straße gemessen?

Der Verbrauch wird nach wie vor auf dem Prüfstand ermittelt. Zusätzlich werden die Abgase auf der Straße geprüft. RDE ist die Abkürzung für Real Driving Emissions. Bisher müssen Autos die Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand einhalten. Seit September 2017 gelten auch Grenzwerte im realen Fahrbetrieb: Neue Modelle dürfen die Prüfstandswerte auf der Straße um maximal das 2,1-Fache übertreffen. Diese Regelung gilt zusätzlich zum WLTP.

Wie werden die Abgaswerte ermittelt?

Mit einem PEMS: einem portablen Emissions-Messgerät. Es wird auf der Anhängekupplung montiert und misst während der Fahrt die Zusammensetzung der Abgase. Bei bis zu 90 Prozent Zuladung und Spitzengeschwindigkeiten von maximal Tempo 160 dürfen neue Modelle die Prüfstandswerte im Drittel-Mix aus Stadt, Land und Autobahn um maximal das 2,1-Fache übertreffen. Ab 2020 gelten die Prüfstandswerte auch auf der Straße. Mindestens die Hälfte der Prüffahrten muss von unabhängigen technischen Diensten wie der Dekra durchgeführt werden. Zukünftig ist auch eine Überprüfung von Serienfahrzeugen durch qualifizierte Dritte erlaubt – die Transparenz in Abgasfragen steigt so deutlich.

Quelle: Firmenauto Newsletter 10. November 2017, Bild: Volkswagen AG

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